Johannesschüssel 2009 · Ankäufe

Johannesschüssel, Schwaben (?), Anfang 16. Jh., Eichenholz mit originaler Fassung; Schüssel: Messing, getrieben und graviert, wahrscheinlich später vergoldet und versilbert, 17,5 x Ø 50,8 cm

Die realistische Nachbildung eines abgeschlagenen Hauptes – mit fahler Hautfarbe, gebrochenem Blick, schlaffem Unterkiefer und blutigem Hals – wird auf einem sehr dekorativen Teller aus versilbertem und teilweise vergoldetem Messing präsentiert. Aus der großen qualitativen Bandbreite der erhaltenen Johannesschüsseln fällt das Stück durch sein ausgeprägtes Gefühl für die Kostbarkeit von Materialien und für hochwertige künstlerische Arbeit heraus. Darin dürfte sich der Anspruch des Auftraggebers spiegeln, der wahrscheinlich im Adel zu suchen ist. Als Vorbesitzer können die Fürsten von Ligne erschlossen werden. Das Werk konnte mit Mitteln der Renate König-Stiftung für Kolumba, dem Kunstmuseum des Erzbistums Köln, erworben werden.